Im Oktober wird die Neuauflage des Klassikers „Haare auf Krawall“ mit einer umfassenden inhaltlichen Ergänzung und Aufarbeitung im Backroad Diaries Verlag erscheinen.

Das Layout wurde komplett überarbeitet. Die Fotos neu gescannt und, wo es möglich war, in Farben abgedruckt.

Das 352 Seiten umfassende Werk kommt im Hardcover-Einband daher und lädt zur Erkundung der RE-Aktionskonzerte, des Mockauer Kellers, der Gegendemonstrationen und vielen weiteren Aspekten der Geschichte der Leipziger Subkultur ein.

An dieser Stelle berichten wir über alle Neuigkeiten zur Veröffentlichung und vertiefende Hintergrundgeschichten und Anekdoten.

 

  • Multimediale Lesungen in Halle
    „Haare auf Krawall“ – Mulitmediale Lesung mit den Autor:innen des Buches am 02. und 03. Oktober 2021 am 02. Oktober 2021, ab 19.00 Uhr, im „VL“ (Ludwigstr. 37 06110 Halle) am 03. Oktober 2021, ab 15.30 Uhr, am „hr. fleischer“ Kiosk am Reileck (Händelstraße 1a, 06114 Halle)   In „Haare auf Krawall“ erzählen Fußballfans, Punks und Hausbesetzer*innen über ihren Alltag in den letzten DDR Jahren und wie sie im Realsozialismus aneckten 30 Jahre nach der politischen Einheit hat „Haare auf Krawall“ nichts an Aktualität verloren. Im Gegenteil noch immer wird intensiv um Deutungshoheit gerungen, was das Leben in der DDR […]
  • „1992 war ein Scheiß Jahr!“ – Jagger erzählt
    „1992 war ein Scheiß Jahr!“ – Jagger erzählt Vor einigen Tagen erreichte uns ein Video von Jagger. Seines Zeichens Urgesteinshausbesetzer in Connewitz und letzter Sänger von der legendären Band Defloration. Im Video erzählt er auf seine ganz eigene Art u.a. von der Razzia 1992 im ZORO, den Verhaftungen, Tripper, Punkrock, Thümi und seinen Erlebnissen mit der Polizei. Ein wunderbares Zeitdokument welches wir hier sehr gerne teilen möchten. Vielen 1000 Dank Jagger für deine Erzählung und deine Gedanken.   Jagger beim Abschiedskonzert von Defloration im ZORO (Foto: Fensi) http://heldenstadt-anders.de/wp-content/uploads/2021/04/Jagger-ueber-1992_1.mp4
  • L‘ Attentat: Exkurs Auenkirche `87 bis Schwarzer Kanal `89
    L‘ Attentat: Exkurs Auenkirche `87 bis Schwarzer Kanal `89 Wenn man am Ende der Achtzigerjahre nach Leipziger Punkkonzerten der Szene um die Band L’Attentat sucht, dann orientiert man sich an Begriffen wie „Mockauer Keller“, „Grafikkeller“, Funkenburgstraße, Dufourstraße oder vielleicht noch „Michaeliskirche“. In der neuen Auflage des Buches „Haare auf Krawall“ gibt es jedoch auf Seite 152 und 209 zwei Konzertfotos von einem für die damalige Leipziger Szene ungewöhnlichen Konzertort, nämlich dem „Festsaal“ der  Markkleeberger Auenkirche. Dort spielten am 10. September 1987 zwar nicht L‘ Attentat selbst, dafür jedoch drei DDR-Punkformationen, sowie die “West“-Band „Aggressive Stuhlbeine“ aus Kiel. Über das Konzert […]
  • Das war nur Links-Rechts. Interview mit Wirthi, 07.01.20
    Das war nur Links-Rechts. Interview mit Wirthi, 07.01.20 In der Arndtstraße haben mehrere Leute gewohnt. Es war genau in der Umbruchszeit, so 90/91. Wir haben dort den Keller ausgebaut und auch ein paar Konzerte veranstaltet. Ich erinnere mich noch an eine Hallenser Band und eine aus Graal-Müritz. Am Ende lief das dort aber eher immer Richtung Bierschlacht hinaus. Vom Grufti zum Skin war im Prinzip kein richtiger Wechsel. Du hast dir das ja nicht überlegt. Es gab natürlich viele Gruftis, die dann gegangen sind, weil es ständig aufs Maul gab. Ich habe damals in der Braustraße gewohnt und hatte immer […]
  • Wir brauchen alle Leipzig Indianer
    Wir brauchen alle Leipzig Indianer Bearbeitete die Stasi eine Person oder eine Gruppe, bestand eine der wichtigsten Aufgaben darin, verwertbares Beweismaterial zu sammeln, welches der Kriminalisierung oder gar einer Verurteilung dienen konnte. Im Falle von Bands waren dies natürlich im besonderen Maße die Texte, die auf eventuelle Staatsfeindlichkeit überprüft werden konnten. Bei Wutanfall hatte ein IM bereits Ende 1981/Anfang 1982 ganze 13 Texte säuberlich mit Schreibmaschine abgetippt und beim MfS abgeliefert. Strafrelevant waren diese jedoch alle nicht. Daher versuchte  die Stasi händeringend, weitere Texte und eine Aufnahme der Lieder zu bekommen. IM „Thomas Schwarz“ aus Halle wurde mit diesem Auftrag […]
  • Haare auf Krawall im UT Connewitz und jetzt bei Radio Blau.
    Haare auf Krawall im UT Connewitz und jetzt bei Radio Blau. Es war ein schöner Abend, jener 3.10.2020 im UT Connewitz. Bis zum Schluss hatten wir gebangt, ob unsere Veranstaltung überhaupt stattfinden kann. Das Hygienekonzept des UT Connewitz wurde aber schließlich durchgewunken, auch da in Leipzig seit einiger Zeit die Coronazahlen stabil waren. In den gut 500 Menschen fassenden Saal durften schließlich 85 Personen an der Veranstaltung teilnehmen. Die Anzahl der zugelassenen Gäste war fast bis zum Ende unklar, so dass wir auf einen Kartenvorverkauf verzichtet hatten. Eingangstür des UT Connewitz (Foto: Schrammel) Die Protagonisten sind schon da (Foto: Schrammel) […]
  • Punker-, Hippie- und Aussteigertreffen 84 – Oder wie man als Stasi seine Arbeitsstunden voll bekommt.
    Punker-, Hippie- und Aussteigertreffen 84 – Oder wie man als Stasi seine Arbeitsstunden voll bekommt. In Haare auf Krawall haben wir auf das Abdrucken von Akten des MfS bewusst verzichtet. In einem Szenebuch wollten wir dem Staatsapparat keine größere Rolle zugestehen, als die Stasi ohnehin schon auf den Lebensweg mancher Protagonisten hatte. Erkenntnisse aber, die durch das Öffnen und Forschen in den Akten in den letzten Jahren von Bedeutung waren, sind in die Fußnoten und in die neu geschriebene Glossareinträge mit eingeflossen. Die Stasi als unverzichtbares Überwachungsorgan im DDR-System galt nicht nur als übermächtig, sondern auch als unantastbar. Interessant ist […]
  • „Hat sich Ihr Hausbesitzer schon gemeldet?“
    „Hat sich Ihr Hausbesitzer schon gemeldet?“ „Hat sich Ihr Hausbesitzer schon gemeldet?“ Diese auf eine Mauer gesprühte Frage gehörte in den Neunzigern über Jahre zum Bild von Connewitz, wenn man in die Fritz-Austel-/Bornaische Straße einbog. Der Spruch war etwas ambivalent, passte nicht so richtig ins Connewitz der damaligen Zeit, mit den Naziüberfällen, mit den Polizeischarmützeln in den Novembernächten 1992, mit den Autoklau-Crashkids, die sich in Häusern festgesetzt hatten oder dem Assi-Punk-Charme um den Besetzerbrennpunkt Stöckartstraße. Besprühte Wand auf der Bornaischen Straße Anfang der 90er Jahre (Foto: Christoph Motzer) Während Anti-Nazi-Sprüche die frisch gebackene, neu-bundesdeutsche Gesellschaft aus dem Dornröschenschlaf rütteln und […]
  • „Das wird in Analysen gern vergessen.“ – Interview mit K. (Harald)
    „Das wird in Analysen gern vergessen.“ – Interview mit K. (Harald) Herbst 2019 Harald war der erste blöde Name, der mir damals als Pseudonym eingefallen ist. Ich kannte keinen mit diesem Namen. Also konnte es auf keinen zurückfallen. Es ging mir nicht um meine eigene Geschichte, sondern ich wurde gefragt, ob ich etwas über die Gruppe erzählen könnte. Mit den Leuten habe ich das auch abgesprochen. Also es war klar, ich erzähle die Geschichte, lege den Text aber allen zur Kritik noch einmal vor. Leider hat es mit der Korrektur damals nicht so funktioniert, wie es gedacht war. Neulich habe […]
  • Zu hippiehaft für Otze
    Zu hippiehaft für Otze In den Glossaren der Neuauflage von Haare auf Krawall haben wir ein kleines Bild versteckt, welches wir im letzten Jahr während den Recherchen zum Buch in der BStU zufällig gefunden haben. Es zeigt Otze von Schleimkeim und Rotz von Wutanfall. Aufgenommen wurde das Foto im Proberaum von Wutanfall, der Sternwartenstraße 55 HH ungefähr Mitte 1982. Im Buch „Satan kannst du mir nochmal verzeihen“ stolpert man über eine Aussage Otzes über Wutanfall. Er betont, wie straight der Sound der Band war („richtiger Krach“), während Schleimkeim selbst eher Schepperpogo sei. Was aus heutiger Sicht wohl für jeden Schleimkeimfan […]

 

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