Im Oktober wird die Neuauflage des Klassikers „Haare auf Krawall“ mit einer umfassenden inhaltlichen Ergänzung und Aufarbeitung im Backroad Diaries Verlag erscheinen.

Das Layout wurde komplett überarbeitet. Die Fotos neu gescannt und, wo es möglich war, in Farben abgedruckt.

Das 352 Seiten umfassende Werk kommt im Hardcover-Einband daher und lädt zur Erkundung der RE-Aktionskonzerte, des Mockauer Kellers, der Gegendemonstrationen und vielen weiteren Aspekten der Geschichte der Leipziger Subkultur ein.

An dieser Stelle berichten wir über alle Neuigkeiten zur Veröffentlichung und vertiefende Hintergrundgeschichten und Anekdoten.

 

  • Wir brauchen alle Leipzig Indianer
    Wir brauchen alle Leipzig Indianer Bearbeitete die Stasi eine Person oder eine Gruppe, bestand eine der wichtigsten Aufgaben darin, verwertbares Beweismaterial zu sammeln, welches der Kriminalisierung oder gar einer Verurteilung dienen konnte. Im Falle von Bands waren dies natürlich im besonderen Maße die Texte, die auf eventuelle Staatsfeindlichkeit überprüft werden konnten. Bei Wutanfall hatte ein IM bereits Ende 1981/Anfang 1982 ganze 13 Texte säuberlich mit Schreibmaschine abgetippt und beim MfS abgeliefert. Strafrelevant waren diese jedoch alle nicht. Daher versuchte  die Stasi händeringend, weitere Texte und eine Aufnahme der Lieder zu bekommen. IM „Thomas Schwarz“ aus Halle wurde mit diesem Auftrag […]
  • Haare auf Krawall im UT Connewitz und jetzt bei Radio Blau.
    Haare auf Krawall im UT Connewitz und jetzt bei Radio Blau. Es war ein schöner Abend, jener 3.10.2020 im UT Connewitz. Bis zum Schluss hatten wir gebangt, ob unsere Veranstaltung überhaupt stattfinden kann. Das Hygienekonzept des UT Connewitz wurde aber schließlich durchgewunken, auch da in Leipzig seit einiger Zeit die Coronazahlen stabil waren. In den gut 500 Menschen fassenden Saal durften schließlich 85 Personen an der Veranstaltung teilnehmen. Die Anzahl der zugelassenen Gäste war fast bis zum Ende unklar, so dass wir auf einen Kartenvorverkauf verzichtet hatten. Eingangstür des UT Connewitz (Foto: Schrammel) Die Protagonisten sind schon da (Foto: Schrammel) […]
  • Punker-, Hippie- und Aussteigertreffen 84 – Oder wie man als Stasi seine Arbeitsstunden voll bekommt.
    Punker-, Hippie- und Aussteigertreffen 84 – Oder wie man als Stasi seine Arbeitsstunden voll bekommt. In Haare auf Krawall haben wir auf das Abdrucken von Akten des MfS bewusst verzichtet. In einem Szenebuch wollten wir dem Staatsapparat keine größere Rolle zugestehen, als die Stasi ohnehin schon auf den Lebensweg mancher Protagonisten hatte. Erkenntnisse aber, die durch das Öffnen und Forschen in den Akten in den letzten Jahren von Bedeutung waren, sind in die Fußnoten und in die neu geschriebene Glossareinträge mit eingeflossen. Die Stasi als unverzichtbares Überwachungsorgan im DDR-System galt nicht nur als übermächtig, sondern auch als unantastbar. Interessant ist […]
  • „Hat sich Ihr Hausbesitzer schon gemeldet?“
    „Hat sich Ihr Hausbesitzer schon gemeldet?“ „Hat sich Ihr Hausbesitzer schon gemeldet?“ Diese auf eine Mauer gesprühte Frage gehörte in den Neunzigern über Jahre zum Bild von Connewitz, wenn man in die Fritz-Austel-/Bornaische Straße einbog. Der Spruch war etwas ambivalent, passte nicht so richtig ins Connewitz der damaligen Zeit, mit den Naziüberfällen, mit den Polizeischarmützeln in den Novembernächten 1992, mit den Autoklau-Crashkids, die sich in Häusern festgesetzt hatten oder dem Assi-Punk-Charme um den Besetzerbrennpunkt Stöckartstraße. Besprühte Wand auf der Bornaischen Straße Anfang der 90er Jahre (Foto: Christoph Motzer) Während Anti-Nazi-Sprüche die frisch gebackene, neu-bundesdeutsche Gesellschaft aus dem Dornröschenschlaf rütteln und […]
  • „Das wird in Analysen gern vergessen.“ – Interview mit K. (Harald)
    „Das wird in Analysen gern vergessen.“ – Interview mit K. (Harald) Herbst 2019 Harald war der erste blöde Name, der mir damals als Pseudonym eingefallen ist. Ich kannte keinen mit diesem Namen. Also konnte es auf keinen zurückfallen. Es ging mir nicht um meine eigene Geschichte, sondern ich wurde gefragt, ob ich etwas über die Gruppe erzählen könnte. Mit den Leuten habe ich das auch abgesprochen. Also es war klar, ich erzähle die Geschichte, lege den Text aber allen zur Kritik noch einmal vor. Leider hat es mit der Korrektur damals nicht so funktioniert, wie es gedacht war. Neulich habe […]
  • Zu hippiehaft für Otze
    Zu hippiehaft für Otze In den Glossaren der Neuauflage von Haare auf Krawall haben wir ein kleines Bild versteckt, welches wir im letzten Jahr während den Recherchen zum Buch in der BStU zufällig gefunden haben. Es zeigt Otze von Schleimkeim und Rotz von Wutanfall. Aufgenommen wurde das Foto im Proberaum von Wutanfall, der Sternwartenstraße 55 HH ungefähr Mitte 1982. Im Buch „Satan kannst du mir nochmal verzeihen“ stolpert man über eine Aussage Otzes über Wutanfall. Er betont, wie straight der Sound der Band war („richtiger Krach“), während Schleimkeim selbst eher Schepperpogo sei. Was aus heutiger Sicht wohl für jeden Schleimkeimfan […]
  • Rattenjagd
    Rattenjagd Das Foto, um welches es im Folgenden geht, ist in der Neuauflage des  Buches „Haare auf Krawall“ auf Seite 141 abgedruckt und illustriert das Kapitel von Connie „Wir wollten etwas ändern und wir wollten an uns was ändern…“. Dieses Kapitel beginnt mit einer Kurzbeschreibung des Mockauer Kellers und seiner Protagonisten. Es führt in die Zeit der Umbrüche und Veränderungen von 1989, wie die Leute aus diesem Kreis die Ereignisse auf den Straßen Leipzigs erlebten und durch ihr eigenes Verhalten mitgestalteten, ein.  Die Aufnahme stammt aus einer Serie von Fotos, die eine Veranstaltung des damals in Eigeninitiative betriebenen Mittwochscafès  dokumentiert. […]
  • Dass die Leute es als ihr eigenes Ding begreifen! – Interview mit Ray, September 2020
    Dass die Leute es als ihr eigenes Ding begreifen! – Interview mit einem der Autoren von Haare auf Krawall – Ray, September 2020 Hallo Ray. Was war damals eure Intention Haare auf Krawall zu machen? Für mich selbst kann ich sagen, dass ich Mitte der Neunziger eine bedenkliche Entwicklung in Connewitz sah. Ich war ja dort in verschiedene Gruppierungen involviert. Viele aus der Wendegeneration hatten ihre Studien abgeschlossen und begannen sich beruflich und familiär neu zu orientieren. Die Szene war damals nach 1990 strukturell auch noch nicht so entwickelt, dass Ältere dort Möglichkeiten fanden, für sich anspruchsvolle Lebensperspektiven zu finden. […]
  • Schallplatten aus Prag
    Schallplatten aus Prag Hallo Jakob, hier mein kleiner Text zum Foto. Das Foto entstand im Juni 1978 (Götz Rohmer). Es müsste einer meiner ersten Prag-Fahrten gewesen sein. Ich hatte gerade meine Lehre an den Theaterwerkstätten Leipzig beendet. Rockmusik infiziert war ich aus ganz unerklärlichen Gründen. Man kann das gar nicht so richtig erklären. Es fing auch ganz harmlos an. Mit ca. 10 Jahren waren es solche Sachen aus dem sozialistischen Ausland und DDR-Rockmusik, die ich mir gern anhörte. Schnell wurde die Suche nach weiteren Schätzen erweitert. Mit der nötigen Offenheit im Hörbereich erschloss sich ein ganzes Universum von Musik. So […]
  • Aus aktuellem Anlass.
    Aus aktuellem Anlass Aus aktuellem Anlass gibt es am 03.10.2020 auf der Wolfgang-Heinze-Straße in Connewitz von 16.00 Uhr bis 20.00 Uhr eine Kundgebung. Geplant sind 2 Bühnen mit Musik, Kultur und Redebeiträgen. Das UT Connewitz, wo am selben Tag ab 20.00Uhr unsere Veranstaltung zu „Haare auf Krawall“ stattfindet, liegt mitten drin. Und natürlich wollen wir die Kundgebung gerne mit unterstützen und bewerben.

 

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